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Jetzt in Gold und Rohstoffe investieren?

Zunehmend sprechen mich Anleger darauf an, warum ich in den aktuellen Zeiten nicht empfehle in Gold und andere Rohstoffe zu investieren. Schließlich könne man damit der hohen Inflation doch besser Paroli bieten als mit Aktien.

In meinem neuen Beitrag erläutere ich, die Fakten zum Thema Investment in Gold, die Entwicklung des Wertes sowie der Rendite gegenüber dem MSCI World.

Für alle, die lieber schauen, als lesen, hier das entsprechende Video zum Beitrag:

Warum scheint es lukrativ, in Gold zu investieren?

Nun es ist absolut erstaunlich wie anziehen Gold auf die meisten Menschen wirkt. Wenn wir von Schmuck aus Gold sprechen, dann kann ich das durchaus nachvollziehen.
Doch in Gold sehen viele auch noch etwas anderes. Sie betrachten das Edelmetall nämlich als sicheren Hafen in Krisenzeiten. Allerdings geht es dabei nicht immer nur um eine reine Absicherung für den Krisenfall. Vielmehr spekulieren viele Anleger darauf, dass wenn so wie jetzt gerade wieder schlechte Nachrichten die Investoren in Angst versetzen und sich die Börsenkorrektur vielleicht in einen handfesten Crash verändern, sich entgegengesetzt aber der Goldpreis in ungeahnte Höhen schwingt.

„Es gibt keinen sicheren und einfachen Weg zum Reichtum,
nicht an der Wall Street und auch nicht anderswo.“

-Benjamin Graham

Zwar ist es richtig, dass es immer wieder Phasen gibt, in denen der Goldpreis enorm anstieg. Wie zum Beispiel von 1970 bis 1980 oder von 2002 bis 2012. Jedoch kann man auch sehr lange Zeiträume erkennen, in welchen der Goldpreis auf der Stelle und seitwärts lief.
Auch nach den zwei genannten Anstiegsphasen ging es mit dem Preis des Edelmetalls dann erstmal wieder abwärts. Ich möchte hier kein Spielverderber sein, natürlich kann man die Anlageklasse Rohstoffe, dazu gehört auch Gold, in ein Portfolio mischen.

Schließlich berichte ich auch ich über die Entwicklung von Gold und Rohstoffmärkten in unserem Quartalsreport. Auch einige meiner Anleger haben sich bewusst dafür entschieden, in diese Anlageklasse zu investieren.

Sachwert Gold als Inflationsschutz

Gold hat sich als Wertaufbewahrung für Zahlungsmittel seit Jahrtausenden bewerten, ist es also der ideale Inflationsschutz?

Das ist vielleicht zu hoch gegriffen, denn einen zwingenden Zusammenhang zwischen anziehender Inflation und steigenden Goldpreis gibt es nicht.

Allerdings ist das Edelmetall als allgemein anerkannter Sachwert auf jeden Fall eine gute Depotergänzung. Dass es Anlegern keine regelmäßigen Erträge bringen, spielt seit den nicht niedriger Zinsen nur eine untergeordnete Rolle.

In den Siebzigern und in den Nullerjahren funktionierte Gold sehr gut als Schutz vor Geldentwertung. In Dreijahrzehnten seit 1970 konnten Anleger jedoch mit einer weltweiten Aktienanlage eine bessere reale Rendite erzielen. Auch in den 20er Jahren liegen bisher weltweit Aktienanlagen vorne.

Wie kann man in Gold investieren?

Spricht man über Gold, so denkt man in erster Linie an einen Goldbarren und Goldmünzen. Dies hat man dann in einem speziellen Schließfach bei der Bank und schließt es in einen Tresor.
Wer das Edelmetall nicht unbedingt physisch besitzen möchte, findet im Goldwertpapier, dem sogenannten Gold ETC ein preiswert und sehr praktisch Alternative.

Am bekanntesten ist hier sicherlich Xetra Gold. Die Goldwertpapiere werden wie ETFs an der Börse gehandelt und lassen sich bestens in einem Wertpapierdepot integrieren.

Anleger werden damit zwar kein Eigentum an Gold im physischen Sinne erhalten, ich halte die nachweisliche Absicherung der Wertpapiere durch Barren aber für ausreichend.

Die Wertentwicklung von Xetra Gold im Vergleich zum MSCI Word

Wenn wir uns die Grafik im Betrachtungszeitraum von 2009 bis 2022 anschauen, dann sehen wir, dass der MSCI World entsprechend seinem bekannten Kursverlauf, mit dem Einbruch durch die Coronakrise und jetzt durch die Ukrainekrise abgebildet ist.


Beim Goldpreis gab es in dem Betrachtungszeitraum ab 2010 eine Phase, in der das Xetra-Gold den MSCI World entsprechend geschlagen hat, bis dann im April 2013 der Break-even kam.

 

Wenn wir uns hier die Renditen anschauen, dann lässt sich feststellen, dass wir mit den weltweiten Aktienmärkten auf deutlich höheres Wachstum gekommen sind als mit dem Gold alleine.

Auch wenn wir uns das Rendite-Risiko Verhältnis anschauen sehen wir, dass wir beim MSCI World ein Risiko von 15,47 % eingehen mussten und damit auf eine Rendite von 11,39 % gekommen sind.

Beim Gold muss man ein ähnlich hohes Risiko eingehen, 15,03 %, aber die Rendite liegt dann doch deutlich dahinter, mit 7,83 % im Vergleich zu den 11,39 %.

Warum empfehle ich Gold nicht als Anlagegut?

Wer mich kennt weiß, dass sich Rohstoffe und Gold nicht aktiv in meiner Beratung empfehle und stattdessen lieber auf die Kraft der weltweiten Wirtschaft setze. Kommen wir also lieber einmal zu den Aktien beziehungsweise Aktien ETFs und schauen uns an, warum sie eine echte Alternative sein könnten.

Gold und die damit verbundenen Kosten

Betrachtet man das Chart vom Goldpreis so könnte es auch den Chartverlauf eines beliebigen Aktienmarktes darstellen, deswegen bewusst doch mal diese Darstellung von Xetra Gold.

Da stellt sich natürlich die Frage, warum es mehr Sinn ergeben sollte nicht auf Gold zu setzen, sondern sein Geld eher in Aktienmärkte zu investieren. Unter anderem gibt es hier zwei Aspekte, die es verdient haben, angesprochen zu werden.

Beispielsweise wirft Gold keinerlei Erträge ab, Gold bekommt keine Kinder wie Aktien in Form von Dividenden, eher ist das Gegenteil der Fall. Denn nach dem Kauf verursacht das Edelmetall schließlich noch Folgekosten. Die meisten werden nämlich aus Sicherheitsgründen ihren Goldbestand wohl kaum daheim lagern, viele lagern das Gold dann in einem Bankschließfach oder auch in einem Bankenunabhängiges Schließfach.

Doch für diese Unterbringung fallen in der Regel natürlich Gebühren an und auch an einen entsprechenden Versicherungsschutz sollte man denken.

Bringen Aktien regelmäßige Erträge?

Bei Aktien beziehungsweise Aktien ETFs sieht es meiner Meinung nach etwas anders aus.
Wenn man Aktien über seine ETFs erworben hat, dann werden sie einfach in das entsprechende Depot eines Investors eingebucht. Tatsächlich gibt es immer noch Depotbanken, bei denen die Depotführung unter bestimmten Bedingungen kostenlos zu haben ist.

Wir können heute feststellen, dass man für die Verwahrung seines Aktienportfolios nach dem Kauf also kein Geld mehr aufwenden muss. Es gibt noch einen weiteren Vorteil den man bei Aktien bzw. Aktien ETFs erkennen kann. Viele Aktiengesellschaften beteiligen ihre Investoren nämlich über Dividenden am Gewinn des Unternehmens. Statt Kosten zu verursachen, kann man mit Aktien es also sogar noch regelmäßig Erträge aus seiner Investition erhalten, so wie oben bereits angesprochen. Auch wenn die Kursverläufe mal seitwärts gehen oder vielleicht sogar nach unten.

Übrigens können im Laufe der Zeit die Dividenden dann einen beträchtlichen Teil zur Gesamtrendite beisteuern.

Fazit

Dies war natürlich nur ein sehr kurzer Ausflug in die Welt von Gold und Aktien, er sollte aufzeigen, warum gegenüber Gold meiner Ansicht nach Aktien die bessere Wahl darstellen. Wer trotzdem einen Goldanteil physisch oder per ETS in seinem Portfolio halten will, sollte maximal 10 – 15 % seines Vermögens darin investieren.

Ich werde nach wie vor nicht aktiv empfehlen, werde, aber auch nicht dagegen wetten, denn in Zeiten hoher Inflation schlagen bekanntlich Sachwerte und Gold und Rohstoffe gelten ganz klar als Sachwert.

„Gold wird aus dem Boden geholt – in Afrika oder irgendwo sonst.
Dann schmelzen wir es ein, graben ein neues Loch, vergraben es wieder und bezahlen Leute, um dieses Loch zu bewachen.
Es ergibt keinen Sinn. Jeder, der uns vom Mars aus beobachten würde, würde nur den Kopf schütteln.“

-Warren E.Buffet

Das Zitat zeigt, jeder hat seine eigene Meinung zu diesem Thema. Ganz so drastisch würde ich es nicht formulieren, vielmehr wollte ich Sie mit der Fragestellung abholen „Soll ich jetzt in Gold und Rohstoffe investieren“.

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